Eigen- versus Fremdwahrnehmung – Ist Ihre Supply Chain optimal?

Als Berater sehe ich viele Unternehmen und bin immer wieder erstaunt, welche Leistungsfähigkeit die Supply Chain Prozesse haben. Wenn die Unternehmen die Frage beantworten sollen „Ist die Supply Chain optimal“, dann ist die Antwort sehr häufig: „Ja, das ist optimal und nicht zu verbessern.“

Da ich verschiedene Unternehmen gesehen habe, bin ich häufig erstaunt, wie schnell die Antwort kommt. Denn meine Aussage zu den gesehen Prozessen würde in vielen Fällen ganz anders ausfallen. Es erstaunt mich besonders, wie weit die Überzeugung über die eigene Leistung von der Realität abweicht. Hier ist ein typischer Fall, wo eine Eigenwahrnehmung („Meine Supply Chain ist optimal“) von einer Fremdwahrnehmung („Die Supply Chain hat zahlreiche Optimierungspotenziale“) abweicht.

Wie lässt sich die Frage beantworten: „Ist die Supply Chain optimal“?

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihre Supply Chain optimal ist, beantworten Sie doch folgende Fragen:

  • Kommen Ihre Kunden zu Ihrem Unternehmen, um aus Ihren Supply-Chain-Ansätzen Verbesserungen für die eigenen Prozesse abzuleiten?
  • Hat eine Fachzeitschrift über Ihre Supply Chain Prozesse berichtet?
  • Haben Sie einen Preis für Ihre Supply Chain gewonnen?
  • Haben Sie in den letzten sechs Monaten keine Kundenbeschwerden über verspätete Lieferungen erhalten?
  • Haben Sie in den letzten sechs Monaten keinen Auftrag verloren, weil Ihr Unternehmen nicht rechtzeitig liefern konnte?
  • Ist die Gesamtbestandsreichweite in Ihrem Unternehmen unter 30 Tagen?
  • Wird in einem Standardauftragsprozess an keiner Stelle Excel eingesetzt?

Die Fragen zielen auf eine externe Anerkennung ihrer Supply Chain Prozesse, die Akzeptanz bei den Kunden und die Leistungen der Prozesse bzw. der eingesetzten Hilfsmittel hin. Die ersten Fragen zielen auf die Fremdwahrnehmung, während die letzten versuchen, eine objektive Messung zur Verfügung zu stellen. Auch ein quantitatives Benchmarking könnte einen guten Ausgang für die Bewertung darstellen.

Alternative Möglichkeit „Supply Chain Audit“

Wenn Sie eine unabhängige Meinung zu Ihrer Supply Chain erhalten wollen, kontaktieren Sie einen unabhängigen Supply Chain Experten, wie z.B. die BESTgroup, um in einem kurzen Audit – meistens reichen 2 Tage pro Standort – eine Bewertung der Supply Chain und der Prozesse zu erhalten. Mit einer externen Meinung können Sie schneller sehen, ob es sich lohnt, mit Supply Chain Verbesserungen Kosten zu senken, Liefertreue zu verbessern und gleichzeitig Bestände zu senken.

Stammdatenpflege – Warum?

In den letzen Jahren habe ich immer wieder festgestellt: Viele Unternehmen beschweren sich über die fehlende Unterstützung in den EDV-Systemen. Wenn ich näher die fehlende Unterstützung bewerten will, dann stellen sich häufig eklatante Lücken in den Stammdaten heraus.

In einem Projekt war die Forderung nach einem neuen Steuerungssystem. Das bestehende System unterstützt die Rüstoptimierung nicht. Nach einer Analyse der Ausgangssituation wurde schnell klar: Die Daten für die Rüstoptimierung sind nicht im bestehenden System vorhanden und auch nirgends dokumentiert. Die fehlende Berücksichtigung im Istsystem war schon allein darin begründet, dass die Daten zum Rüsten nicht im System gepflegt.

In einem anderen Projekt war es nicht möglich, im System Termine zu vergeben. Basis für das Problem waren wieder fehlende Stammdaten. Zwei unterschiedlichen Materialien hatten die gleiche Materialnummer. Mit dieser Nummer können nun keine automatischen Aussagen für die unterschiedlichen Sorten gemacht werden.

An diesen Beispielen wird schnell klar, die Stammdaten sind der Lebensnerv für die ERP-Systeme. Richtige Stammdaten unterstützen die richtigen Prozesse. Die richtige Pflege ist wichtig und es ist sehr entscheidend, die richten Datenstrukturen zur Unterstützung der Abläufe zu pflegen.

Muss ich den Lagerbestand erhöhen, um die Liefertreue zu verbessern?

In vielen Diskussionen kommt immer wieder zum Ausdruck, dass eine hohe Liefertreue abhängig vom Bestand ist. Ich habe leider immer wieder feststellen müssen, diese Aussage ist häufig FALSCH.

Der Mythos hoher Lagerbestand

Ein hoher Lagerbestand für eine Produkt bedeutet, dass in der Produktion oder im Einkauf große Losgrößen und lange Wiederbeschaffungszeiten erforderlich sind. Wenn der Lagerbestand pro Produkt hoch ist, dann kann das Produkt auch gut geliefert werden. Mit steigender Variantenanzahl steigt der Lagerbestand dann weiter.

Mit einer steigenden Anzahl von unterschiedlichen Produkten steigt aber die Gefahr, dass ein Produkt nachproduziert werden muss. Wegen der hohen Stückzahlen sind die Maschinen für eine lange Zeit belegt. Wenn ein weiteres Produkt auf die gleichen Maschinen zugreift, dann ist die Produktion erst nach Fertigstellung des anderen Produktes möglich. Es tritt neben der langen Produktionszeit auch noch eine längere Wartezeit auf. Bei mehrstufiger Produktion kann dieser Effekt an verschiedenen Stufen auftreten. In Summe verlängert sich die Wiederbeschaffungszeit für das Produkt und der Lagerbestand steigt weiter.

Je höher die Produktvariantenzahl wird, desto unregelmäßiger wird der Bedarf. Wenn ich die Verbrauchskurven von einigen Produkten mir ansehen, ist dort mit ein bis drei Aufträgen pro Jahr die Voraussetzung für die Standardformel für die wirtschaftliche Losgröße nicht gegeben. Ein gleichmäßiger Abgang kann bei 1-3 Aufträgen pro Jahr kaum unterstellt werden. Wenn die Wiederbeschaffungszeiten dann auch noch stark schwanken, dann ist ein hoher Sicherheitsbestand erforderlich.

Lösungsmöglichkeiten zum Erhöhen der Liefertreue

Die Liefertreue verbessert sich, wenn die Reaktionszeiten in der Supply Chain verringert werden. Je schneller ein Auftrag von der Supply Chain realisiert werden kann, desto geringer ist der erforderliche Bestand. Im Extremfall – Build-to-order – wird das Produkt in der vom Kunden gewünschten Lieferzeit hergestellt und ohne Lager direkt geliefert.

Kurze Reaktionszeiten setzen voraus:

  • Kurze oder keine Rüstzeiten
  • Flexibilität für Stückzahlschwankungen

Je kürzer die Rüstzeit, desto kleiner sind die wirtschaftlichen Losgrößen desto kürzer sind die Maschinen belegt. Je langsamer ein Unternehmen auf Stückzahlschwankungen reagieren kann, desto länger werden die Lieferzeiten. Wenn ein Unternehmen nur einmal pro Woche eine Kapazitätserweiterung (Sonnabendschicht) einsetzen kann, dann sind schnell Rückstände aufgebaut. Wenn die Produktionskapazität an den Engpässen im Laufe der Woche um 40% nach oben und unten tageweise schwanken kann, dann kann ein Nachfragehoch schneller ausgeglichen werden.

In der Kombination der beiden Ansätze mit einigen Ergänzungen- Kurze Rüstzeiten, optimale Materialverfügbarkeit auf Komponentenebene, Flex-Möglichkeiten – lassen sich große Teile des Lagerbestandes bei geeigneten Strukturen vermeiden.

Wichtig bei der ganzen Lösung ist eine Gesamtoptimierung. Es nutzt nicht, die interne Produktionsdurchlaufzeit zu verringern, wenn der letzte Arbeitsschritt nur in großen Mengen als externe Werkstattfertigung bei einem Zulieferer möglich ist.Produktaufbau und Produktionstechnologie sind auf kurze Reaktionszeiten auszurichten und das mit einem geeigneten Gesamtkonzept hinterlegen. Hierfür lässt sich keine Generalempfehlung geben, das hängt von den Einzelfällen ab – eine Diskussion kann hier schon weiterhelfen, z.B. mit BESTgroup, den Umsetzungsexperten in der Supply Chain.

Agile Produktentwicklung – Agile Ansätze nicht nur für Software

In den letzten Jahren hat sich Agile Software-Entwicklung als Produktentwicklungsansatz durchgesetzt. Es wird immer häufiger die Frage gestellt: Lassen sich auch andere Produkte mit dieser Methode entwickeln?

Beispiel für agile Produktentwicklung

In einem aktuellen Blogpost beschreibt Samir Penkar, wie ein innovatives Produkt – ein effizientes Auto – entstanden ist und welche Erfahrungen bei dem Einsatz von agilen Praktiken in der Produktentwicklung gemacht wurden. Die Erfahrungen zeigen, dass agile Produktentwicklung eine massive Veränderung bedeuten, aber schnell neue Produktkonzepte in die Realität übersetzen können. Allerdings ist das nur in einem Gesamtkontext möglich, wenn man den agilen Ansatz von Anfang an einbezieht.

Möglichkeiten zur Verbesserung der Produktentwicklung

Mit agilen Techniken können verschiedene Prozesse in der Produktentwicklung verbessert werden. Zum einen kann die Geschwindigkeit einer Produktentwicklung erhöht werden, wenn durch tägliche Meetings die normalen Zeitpuffer des wöchentlichen Meetings herunterschmelzen. Wenn gleichzeitig ein früheres Testen – und hier kann das Testen auf anderen Ebenen stattfinden! – im Sinne einer testgetriebenen Entwicklung eingebunden werden kann, wird plötzlich die Problemlösung früher und die Qualität der Problemlösung besser. Es muss nicht am Schluss eine „Heftpflaster“-Lösung aufkonstruiert werden, sondern das Problem ist früher bekannt und kann früher angegangen werden.

Ist agile Produktentstehung auch für Sie?

Wenn in Ihrem Unternehmen neue Produkte entstehen, die nicht durch erhebliche Koordination mit ihren Kunden geprägt sind, und Sie schnell neue Produkte entwickeln wollen, dann sollten Sie prüfen, wie Sie Zeitvorteile mit agilen Prozessen erreichen können. Wenn Sie damit keine Erfahrungen haben, dann sollten Sie einen Berater – z.B. BESTgroup – damit beauftragen, Sie bei der Bewertung und bei der Umsetzung zu unterstützen.

 

Supply Chain Trends 2012

Die Supply Chain ist auch im Jahr 2012 eine wichtige Unternehmensfunktion. Welche Themen sind für Ihr Unternehmen im nächsten Jahr interessant? Welche Vorbilder haben Sie für Ihre Supply Chain? Wo liegen die Prioirtäten? Die Unternehmensberatung BESTgroup Consulting & Software GmbH ermittelt in einer Kurzumfrage die aktuellen Trends zum Supply Chain Management.

Die Umfrage besteht aus 7 Fragen, teilweise mit Unterfragen. Die Ergebnisse werden nur verdichtet ausgewertet. Es sind keine firmenbezogenen Zahlen einzugeben.

Der Link zur Umfrage ist hier: Supply Chain Trends 2012

Umfrage zum Projektportfoliomanagement

Viele Unternehmen sind mit dem Erfolg ihrer Projekte in Produktentwicklung, Prozessoptimierung und Softwareeinführung unzufrieden: Die Projekte dauern zu lange, kosten zu viel und erreichen nicht die gewünschten Ergebnisse. Führungskräfte sind mit Projekten überlastet oder können sich wegen des Tagesgeschäfts nicht um strategisch wichtige Projekte kümmern. Eine Lösung für diese Probleme ist die Reduzierung der Projektaktivitäten auf die richtigen Projekte, die von den verfügbaren Ressourcen erfolgreich abgewickelt werden können.

Mit dem Projektportfoliomanagement streben Unternehmen diese Zielsetzung an. Das Projektportoliomanagement unterstützt das Management bei der Auswahl, Besetzung und Steuerung der zahlreichen Projekte, um die richtigen, unternehmenskritischen Projekte zeitgerecht, im Budget und mit den richtigen Ergebnissen abzuschliessen. In einer aktuellen Umfrage soll der aktuelle Einsatz und der Nutzen des Projektportfoliomanagements in den Unternehmen abgefragt werden, um den Leistungsstand zu bewerten und die Unternehmen bei der Einordnung ihrer Leistungsfähigkeit zu unterstützen.

In dem Artikel Prozess-Verbesserungs-Projekt-Portfolio optimieren sind einige Gedanken zum Portfoliomanagement zur Prozessverbesserung diskutiert. Weitere Informationen zur Projektportfoliomanagement-Umfrage finden Sie auf der BESTgroup-Webseite.

Supply Chain Analytics – Aus Daten werden Informationen, aus Informationen werden Entscheidungen

BESTgroup hat ein Whitepaper zu Supply Chain Analytics veröffentlicht. In diesem Whitepaper werden die Technologie erläutert und Beispiele für den Einsatz für Kennzahlen, Supply Chain Planung und Benchmarking gezeigt.

Prozess-Verbesserungs-Projekt-Portfolio optimieren

Wieviele Prozessverbesserungsprojekte werden in einem Unternehmen benötigt? Wieviele sind zu wenig, wieveile sind zuviel? Alle diese Punkte beantwortet das Portfoliomanagement, nur wenige nutzen es für ihre Verbesserungsprojekte. Hier eine Kurzanleitung, wie die Projekte gesammelt und bewertet werden können. Ziel ist es, die wichtigen Projekte mit den notwendigen Ressourcen zu versorgen, in dem unwichtige Projekte gestoppt werden und die wichtigen Projekte schneller beendet werden können. In Summe werden dann mehr Projekte abgewickelt.

Jäger und Sammler – die Liste der Prozessverbesserungsprojekte

Der erste Schritt zur Optimierung des Verbesserungsprojekt-Portfolios ist eine Liste der Projekte, die derzeit in Arbeit und geplant sind. Wenn in einem Unternehmen alle Verbesserungsprojekte aufgelistet werden, können sehr viele Erfahrungen entstehen: Entweder gibt es zuwenig (selten) oder sehr, sehr viele Projekte. Oder sind es nur Ideen?

Spreu vom Weizen trennen – die Projektbeschreibung

Zu jedem Projekt sollte eine einheitliche Beschreibung existieren:

  • Titel
  • Projektverantwortlicher
  • Projektstart
  • Geplantes Projektende
  • Ziel
  • Kurzbeschreibung
  • Projektmitglieder
  • Durchschnittlicher Zeitbedarf pro Projektmitglied
  • Budget für Investitionen oder externe Kosten

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Globale Supply Chain Verschiebungen als Zulieferunternehmen managen

In einem aktuellen Artikel im Wallstreet Journal wird über die Auswirkungen der Nokia-Absatzprobleme auf die Lieferanten berichtet. Dabei sind durch den Stückzahleinbruch massive Absatzprobleme bei den europäischen Lieferanten aufgetreten, während die aktuellen Marktführer in anderen Regionen und mit anderen Hauptlieferanten produzieren. Zulieferunternehmen stehen vor mehreren Problemen

1. Regionale Verschiebungen betrachten

2. Mengenverschiebungen beobachten

3. Langfristige Trends im Auge behalten

4. Lösungen entwickeln

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Prozesse in der Produktentwicklung verändern

Im Bereich der Entwicklung neuer Produkte haben sich die Grundbedingungen stark verändert. Immer mehr Anforderungen stürzen auf die Ingenieure ein, die Produktentwicklung wird komplexer und dauert mehr Zeit. Nicht nur bei Großprojekten sind  Meilensteinverschiebungen und Qualitätsprobleme typische Zeichen der wachsenden Komplexität. Durch die stärkere Einbindung von Zulieferern ist auch der Entwicklungsprozess schwieriger geworden, wenn auch Ansätze, wie die Reifegradabsicherung,bei der Bewältigung der Herausforderungen helfen.

Erfolgreiche Projekte in der Produktentwicklung

Ein erfolgreiches Produktentstehungsprojekt ist durch folgende Kennzeichen charakterisiert: Mehr von diesem Artikel lesen

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