Kennzahlen messen – aber richtig!

Ohne Ziel ist jeder Schuss ein Treffer – so sagt ein weit verbreiteter Spruch. Und deshalb gehört zu jeder Kennzahl ein Ziel. In der aktuellen Literatur sind nun neue Formen der Graphikdarstellungen vorgestellt worden, mit dem die Ziele deutlicher gekennzeichnet werden können.

Bulletgraph

Hier ist ein Beschreibung für einen Bulletgraph:

Die Graphik zeigt mit dem schwarzen Balken den aktuellen Wert an, der von der Skala abgelesen werden kann. Der Hintergrund ist in drei Blöcke mit unterschiedlichen Schraffuren unterteilt. Der erste Block zeigt schlechte, der zweite Block zufriedenstellende Werte und der letzte Block gute Werte an. Der Zielwert steht an der Grenze zwischen zufriedenstellenden Werte und den guten Werten. Der Vergleichswert zeigt den Vergleich mit anderen, z.B. mit den Vorperioden.

Also ist für die dargestellte Kennzahl der Wert zufriedenstellend, aber schlechter als in der Vergleichsperiode.

Nutzung von Bulletgraphen

Für die Einführung von Bulletgraphen ist es also erforderlich, die Kennzahlen mit einer gestuften Zielhierarchie zu betrachten:

  • Definition der unteren Grenzen für zufriedenstellend
  • Definition der Zielgröße
  • Definition der oberen Grenze für gut
So können die Ziele und deren Erreichung bewertet werden, allerdings mit der Anforderung, dass nicht nur ein Zielwert, sondern mehrere Zielwerte zu definieren sind.

Sparklines

Sparklines wurden von Edward Tufte erfunden und werden auch als Wortgraphiken bezeichnet. Sie stellen im Text oder in einer Zelle einer Tabellenkalkulation den zeitlichen Verlauf einer Größe dar, z.B wie hier .
Sparklines eignen sich besonders zur Verdeutlichung von Trends geeignet.

Neue Formen einer Gesamtübersicht

Aus einer Kombination von Bulletgraph und Sparkline läßt sich eine einfache Gesamtübersicht erstellen. Hier ein Beispiel von metricsbest.
So sind schnelle Gesamtübersicht im Sinne einer Scorecard möglich, mit einer eindeutigen Sicht auf den aktuellen Stand und den aktuellen Trends.

Sie können Prozesse nur verbessern, wenn Sie diese messen

What gets measured gets managed

Peter Drucker wird immer wieder zitiert mit der Aussage “What gets measured gets managed”. Diese Aussage wird immer wieder infrage gestellt. M.L. Emiliani hat in einem Aufsatz auf die logischen Fehler dieser Aussage hingewiesen. Es ist nicht so, dass eine Messung automatisch ein Managen bedeutet.Es können Kennzahlen gemessen werden, aber keiner ist für die Kennzahl verantwortlich. Oder die Kennzahl verführt zu falschen Verhalten, weil die Erfüllung der Kennzahlen zu Manipulationen einlädt.

Prozesse und Kennzahlen

Wenn Sie Prozesse verbessern wollen, ist es wichtig, die Prozessleistungen zu messen. Kennzahlen (Key Performance Indicators, KPI) sind zahlreiche bekannt. Die wichtigsten messen Zeit, Aufwand, Termintreue und Qualität von Prozessen, aber auch die Flexibilität und Anpassbarkeit. Nach dem Prinzip der Balanced Scorecard sollen verschiedene Perspektiven (Mitarbeiter, Prozesse, Kunden und Finanzen) betrachtet werden. Es gibt also für viele Prozesse tatsächlich Kennzahlen.

In meinen Projekten lege ich viel Wert auf die Messung von Prozessleistungen. Nur wenn die Daten regelmäßig und verläßlich gemessen werden können, können die Auswirkungen von Veränderungen nachgewiesen werden. Es ist erstaunlich, wie häufig ein völlig falsches Bild über die Ausgangssituation vorliegt, und wie häufig Verbesserungsmaßnahmen keinen Erfolg haben. Viele Prozessverbesserungen scheitern daran, dass nicht richtig gemessen wird.

If you want to manage, you need to measure

Wenn Sie das Zitat von Peter Drucker umdrehen, dann wird es sinnvoll. Wenn Sie Prozesse managen oder gar verbessern wollen, dann müssen Sie diese Prozesse messen und Ziele setzen. Und sich um die Verbesserungsmaßnahmen und deren Auswirkungen kümmern. Deshalb – je häufiger Sie messen , desto schneller können Sie Verbesserungen umsetzen.

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