Risiko in der Supply Chain beherrschen

Viele Unternehmen sind im Rahmen der Risikomanagement auf die Frage nach dem Risikomanagement in der Supply Chain gestossen. Wie messen Unternehmen das Risiko in der Supply Chain? Kurze Antwort: Viel zu wenig! Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig Unternehmen tatsächlich über ihre eigene Supply Chain wissen.

In einem Unternehmen sind die Supply Chain Risiken im wesentlichen

  • Liefertreue an den Kunden
  • Produktionsqualität
  • Prozessbeherrschung der administrativen Prozesse
  • Anliefertreue der Lieferanten
  • Liefertreue der internen Vorfertigungen an nachgelagerte Fertigungen und die Montage

Liefertreue

Die Liefertreue ist ein wesentlicher Risikomesser für die gesamte Supply Chain Leistung. Wenn ein Unternehmen alle Risiken in der Supply Chain kennt, kann es die Liefertermine sicher einhalten, zunächst die eigenen bestätigten Termine, und mit weiterer Beherrschung auch die Kundenwunschtermine.

Auch die Anliefertreue, sei es durch die Lieferanten oder interne Lieferanten, ist genauso: Wie gut kennt Ihr Unternehmen die Fähigkeiten Ihrer Lieferanten? Je weniger diese bekannt sind, desto teuerer wird es für das Unternehmen. Die übliche Absicherung für Risiken in der Supply Chain sind die Sicherheitsbestände in jeder Stelle der Supply Chain.

Produktionsqualität

Auch die Produktionsqualität ist ein wesentlicher Risikofaktor für die Unternehmen. Wenn das Produkt die Spezifikation nur knapp oder gar nur teilweise erfüllt, dann ist das Risiko sehr hoch. Denn einerseits führen Reparaturen und Nacharbeit zu Zeitverzögerungen in der Belieferung und andererseits zu der Gefahr, dass ein Produkt als Ausschuss nicht geliefert werden kann und damit zu Ärger mit den Kunden führen kann.

Produktionsqualität heißt, mit wenig möglichst Aufwand die Produkte in der nachgefragten Qualität zu erzielen. Dazu gehört es, die Streuung der Prozesse zu reduzieren. Hier sind Hilfsmittel aus dem Bereich Six Sigma sicherlich wertvoll.

Prozessbeherrschung in den administrativen Prozessen

Viele Unternehmen kennen ihre Risiken in den administrativen Bereichen nicht. Denn wer beherrscht alle Aspekte des ERP-Systems und die Auswirkung von vielen Einstellungen im System? Und zwar ohne externe Berater? Viele Änderungen in Unternehmen werden durch die komplexen ERP-Systeme verlängert und erhöhen die Risiken, die richtigen Prozesse erst zu spät nutzen zu können.

Zusätzlich besteht ein großes Problem im Wissensmanagement oder besser gesagt, in dem Mangel davon. Wieviele Unternehmen haben Mitarbeiter, die ein derartiges Fachwissen haben, dass ihre Nichtanwesenheit zu erheblichen Prozessproblemen führt oder bestimmte Aufträge nicht abgewickelt werden können. Es erstaunt mich immer wieder, wie wenige Unternehmen es schaffen, eine Kultur der Wissensdokumentation zu schaffen, z.B. mit Wikis, wie in advaBEST.

Lagerbestand als Indikator für das Risiko

Mit den Worten Servicegrad wird umschrieben, wieviel Risiko von der Supply Chain getragen wird. Daher ist der zweite wesentliche Risikomesser die Bestandshöhe in einem Unternehmen. Dabei geht es tatsächlich um die gesamte Bestandshöhe und nicht um die Probleme der falschen Bestandsstruktur. Hier sind die typischen Risiken versteckt – z.B. das Verwurfsrisiko, bei der die Produkte wegen fehlender Marktgängigkeit diskutiert werden.

Hier kann man das Risiko als Chance betrachten: Es geht darum, die Ursachen für die Bestände zu betrachten und nicht die Symptome zu bekämpfen, sondern die Ursache zu finden und diese zu eliminieren. Hier helfen auch externe Berater, da sie die Risiken und Ursachen objektiver betrachten können.

Über Torsten Becker
Geschäftsführer der BESTgroup Consulting & Software GmbH http://www.bestgroup.eu, Autor des Buches Prozesse in Produktion und Supply Chain optimieren , Springer-Verlag, Berlin.

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