Tägliche Kennzahlen zur Prozess-Steuerung – Warum?

In vielen Unternehmen sind Kennzahlen nicht mehr wegzudenken. Bei der Besichtigung von Unternehmen findet ein Besucher viele unterschiedliche Kennzahlengraphiken. Die Aktualität schwankt stark, aber auch die Detaillierung. Vielen Daten werden auf Wochen- oder Monatsbasis erhoben.

Welche Genauigkeit ist richtig – Tag, Woche, Monat?

In zahlreichen Projekten habe ich inzwischen die Diskussion über die Kennzahlen geführt: Wie häufig soll gemessen werden? Meine Erfahrung heißt: So häufig wie möglich und es sollen für die wichtigen Kennzahlen tagesaktuelle Werte zur Verfügung stehen. Nur mit einer aktuellen Betrachtung lassen sich Leistungsunterschiede erklären. Am Anfang der Folgewoche lassen sich einige Effekte nicht mehr erklären, am Monatsende ist es überhaupt nicht möglich, Ursachen von vier Wochen vorher genau zu bestimmen und dann abzustellen. Tagesaktuelle Werte zeigen Verläufe und Trends und helfen beim Reagieren – aber dafür muss es eine Abstimmung zu den Ergebnissen geben.

Warum dann nicht monatlich?

Monatliche Kennzahlen sind Durchschnittswerte oder Stichpunktwerte. Bei der Analyse von Tagesdaten stellt sich häufig heraus, dass die Stichpunktwerte nicht repräsentativ sind. Ein typischer Fall ist der Lagerbestand, der bei vielen Unternehmen am Geschäftsjahresende zufällig minimal ist. Bei einer Betrachtung über einen längeren Zeitraum stellt man schnell eine deutliche Abweichung fest.

Auch Durchschnittswerte sind eine Orientierung, aber die Frage ist: Sind die Werte tatsächlich gleichverteilt gewesen oder gab es andere Strukturen, z.B. zwei Häufungen oder gar einen Trend. Wenn der Trend steigend ist, ist der Durchschnitt zu schlecht, wenn der Trend fällt, ist der Durchschnitt zu gut.

An diesen Beispielen erkennt man, dass eine effektive Umsetzung von Verbesserungen nicht immer nur auf monatliche Daten bauen sollte. Nur wenn die Daten nicht anders zu erhalten sind oder am Monatsende Korrekturen erforderlich sind, dann müssen die Kennzahlen auf Monatsbasis genutzt werden.

Vorgehensweise für die Arbeit mit täglichen Kennzahlen

Gerade mit den monatlichen Kennzahlen lässt sich ein Plan-Do-Check-Act-Zyklus etablieren

  • Plan: Einführung der Maßnahmen planen
  • Do: Maßnahmen ausführen und am Betrieb kontrollieren
  • Check: Ergebnisse mit den Kennzahlen überprüfen
  • Act: Maßnahmen initieren

Es ist erstaunlich, dass der Kennzahlenregelkreis nicht direkt in den PDCA-Zyklus einläuft. Eigentlich gilt es, die Kennzahlen zu definieren, die Erfassung umzusetzen, täglich die Ergebnisse zu prüfen und dann auf Basis der Ergebnisse Maßnahmen planen, umsetzen und dann den Erfolg umsetzen.

Festlegen: Kennzahlen definieren

Aufnehmen: Kennzahlenerfassung umsetzen

Testen: Ergebnisse prüfen

Analysieren: Maßnahmen ableiten

Laufen: Maßnahmen umsetzen und mit Testen weiter machen

Mit täglichen Kennzahlen können Sie FATAL agieren….

Über Torsten Becker
Geschäftsführer der BESTgroup Consulting & Software GmbH http://www.bestgroup.eu, Autor des Buches Prozesse in Produktion und Supply Chain optimieren , Springer-Verlag, Berlin.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: