Bestandsreichweite verringern – Lagerbestand senken

In vielen Unternehmen ist und bleibt die Höhe des Lagerbestandes ein viel diskutiertes Thema: Aus Liquiditätsgründen soll der Bestand so gering wie möglich sein, aus Vertriebsgründen so hoch wie möglich, damit schnell geliefert werden kann, und für die Produktion sind hohe Materialbestände hilfreich, damit die Materialverfügbarkeit gegeben ist. Das Management kennt allerdings nur eine Diskussion: Den Lagerbestand senken.

Bestandsreichweite als Messgröße für den Lagerbestand

In vielen Unternehmen hat sich die Bestandsreichweite als Messgröße für den Lagerbestand eingebürgert. Die Standardformel ist einfach:

10 Millionen Bestand * 365

40 Millionen Verbrauch

ergibt eine Bestandsreichweite von 91,25 Kalendertagen.

Hier lassen sich schon verschiedene Ursachen für verschiedene Werte darstellen. Wird in Kalendertagen oder nur in Arbeitstagen gemessen? Wird der Bestand auf einer Lagerstufe oder für alle Lagerstufen gemessen? Wird der Verbrauch bezogen auf den Umsatz oder auf die Herstellkosten verwendet.

Nutzung von Kalendertagen

Für eine einfache Betrachtung ist die Darstellung mit Kalendertagen einfacher und nachvollziehbarer: Wenn in dem obigen Beispiel die Lagerstruktur richtig wäre, könnte ein Zaun für ein Viertel Jahr um das Lager gestellt werden, und es müsste kein Material nachbestellt werden.

Betrachtung aller Lagerstufen

Im Unternehmen werden alle Lagerstufen zusammengefasst, wenn die Bestandsreichweite betrachtet wird. Nur so kann ermittelt werden, wieviel Bestandswert insgesamt erforderlich ist, um den Verbrauch (und auch nur den Verbrauch, der das Unternehmen verlässt und nicht den Verbrauch pro Lagerstufe) zu bewerten. In einem kürzlich betrachteten Fall ergab sich der Faktor 4 zwischen der Bestandsreichweite bezogen auf den externen Verbrauch und der Reichweite bezogen auf die Verbräuche über alle Lagerstufen. In dem Benchmark mit anderen Unternehmen würde das Unternehmen von Best-In-Class auf einen schlechten Durchschnittsplatz fallen.

Bezug auf Herstellkosten

Da der Lagerbestand in der Regel zu Herstell- oder Einstandskosten bewertet wird, ist der Verbrauch auch nach der gleichen Größe zu berechnen, damit nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden. In den Umsatzkosten sind noch zusätzliche Elemente enthalten, die natürlich die Bestandsreichweite rechnerisch nach unten drücken…

Bei richtiger Berechnung sind die Bestandsreichweiten zu hoch – Hilfe, was kann ich tun, um den Lagerbestand zu senken?

Häufig ergibt sich bei der Berechnung des Lagerbestands nach den oben stehenden Maßgaben viel zu hohe Bestandsreichweiten – und dann muss – wie auch in anderen Fällen bei zu hohem Lagerbestand reagiert werden. Dazu sind verschiedene Analysen erforderlich, die nun den Lagerbestand sinnvoll überprüfen. Häufig ergibt sich jedoch ein Hauptansatzpunkt neben einer typischen Lagerbereinigungsaktion: Zeiten reduzieren, da durch eine kürzere Reaktionszeit der Bedarf für ein Lager massiv verringert werden kann. Dazu müssen alle Elemente in der Prozesskette vom Auftreten des Bedarfs bis zur Einlagerung betrachtet werden. Dazu gibt es verschiedene Maßnahmen, die in Summe einen erheblichen Effekt bringen können.

Wenn auch Sie den Lagerbestand systematisch reduzieren wollen, dann können Sie uns gerne kontaktieren.

Über Torsten Becker
Geschäftsführer der BESTgroup Consulting & Software GmbH http://www.bestgroup.eu, Autor des Buches Prozesse in Produktion und Supply Chain optimieren , Springer-Verlag, Berlin.

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