Benchmark-Nutzen für Manager

Immer wieder kommt das Thema Benchmark auf – Kann ein Manager von einem Benchmark profitieren? Darüber gehen die Meinungen sehr stark auseinander. Bevor aber allgemeine Aussagen gemacht werden, möchte ich den Benchmark-Begriff definieren.

Benchmark-Definition

Benchmarking kommt ursprünglich aus der Geodäsie und bedeutet das Messen von Höhenlinie zu einem Vergleichsmaßstab. Heute werden mit dem Begriff der Vergleich von Produkten (Produkt-Benchmark), von Unternehmen (Unternehmens-Bechmark) oder von Prozessen (Prozess-Benchmark) verstanden, bei dem mehrere Produkte, Unternehmen oder Prozesse nach den gleichen Kriterien verglichen werden. Je nach Art der Kriterien unterscheiden die Experten ein quantitatives oder ein qualitatives Benchmark. Beim quantitativen Benchmark können die besten Vergleichsteilnehmer ausgewählt werden, es kann eine Best-In-Class-Leistung bestimmt werden. Wenn bestimmte Vorgehensweisen genutzt werden, um diese Leistungen zur erzielen, werden die Vorgehensweisen als Best-Practice gekennzeichnet.

Leider wird der Begriff häufig missbraucht. Es wird aber der Begriff Benchmark verwendet, wenn verschiedene Teilnehmer verglichen werden sollen und eine Tabelle mit einer groben Gegenüberstellung verwendet. Es werden dazu Best-Practices abgeleitet, die aber nicht auf einer Identifizierung von Spitzenleistungen beruhen.

In meinen Projekten habe ich häufig erlebt, dass ein quantitatives Benchmarking unterstützt mit einem qualitativen Benchmarking viele Augen geöffnet hat. Voraussetzung war eine gute Gestaltung der Studie, relevante Inhalte und gut aufgebaute Fragebögen. Dann kann das Benchmarking-Projekt Handlungen bewirken: Zunächst eine gemeinsame Bewertung der Lage und anschließend eine klare Identifizierung von Handlungsmaßnahmen.

Nutzen von Benchmarking

Der Nutzen des Benchmarking hängt von der Relevanz der Studie ab: Sind es gute, aussagekräftige Fragen? Sind es ausreichend Vergleichsteilnehmer, damit die Aussagen wertvoll sind? Ist eine gute Kombination von quantitativen und qualitativen Fragen eingesetzt worden?

Der Nutzen des Vergleichs liegt in der Interpretation der Ergebnisse und den daraus abgeleiteten Handlungsmaßnahmen. Mit einem guten Benchmark liegen Ergebnisse vor, auf deren Basis weitere Verbesserungen möglich sind. Aber nicht alle Studien, die derzeit im Umlauf sind, unterstützen diese Aufgabenstellung. Deshalb ist es extrem wichtig, vor einem Benchmarking sich über die Aufgabenstellung und die abzuleitenden Entscheidungen Gedanken zu machen – nur dann kommen die Ergebnisse heraus, die umsetzbar sind und zu einer Leistungssteigerung führen.

Gut gemachte Benchmarkingstudien mit ungefähr 20 vergleichbaren Teilnehmer haben einen hohen Wert – hier sind statistisch relevante Werte möglich. Wenn die Studienteilnehmer aus ähnlichem Umfeld kommen, dann sind auch ableitbare Entscheidungen möglich. Wenn ein Unternehmen nicht überdurchschnittlich gut in einer Branche ist, lohnt es sich nicht, über Branchengrenzen hinweg sich ausführlich zu vergleichen, wichtiger ist der Vergleich in der Branche. Nur so werden die Punkte angegangen, die auch der Kunde hinterher merkt und die zu zusätzlichen Umsätzen führen.

Benchmarking – aber richtig

Viele Benchmarkingstudien erfüllen das Ziel nur unzureichend: Hinweise für Verbesserungen zu geben. Daher hat das Benchmarking in den letzten Jahren einen schlechten Ruf erhalten. Aber es geht auch anders: Relevante Studien, handfeste Ergebnisse und wertvolle Maßnahmen, die daraus abgeleitet wurden.

Über Torsten Becker
Geschäftsführer der BESTgroup Consulting & Software GmbH http://www.bestgroup.eu, Autor des Buches Prozesse in Produktion und Supply Chain optimieren , Springer-Verlag, Berlin.

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