Supply Chain Management – Nur ein Modewort?

Nach zwölf Monaten in vielen Projekten beschleicht mich das Gefühl: Es wird seit vielen Jahren über die Supply Chain-Prozesse und Supply Chain Management geredet – bei den Unternehmen kommt es immer noch nicht an.

Supply Chain Management Definition

Die Supply Chain ist die Abbildung aller Informations-, Waren- und Geldflüsse vom Lieferanten zum Kunden, von der Identifizierung eines Marktbedürfnisses bis zur Erfüllung eines konkreten Auftrags. Es geht also bei der Supply Chain um eine durchgängige Prozesskette, nicht um einzelne Teilschritte, die jeder für sich optimiert ist.

Für viele ist die Supply Chain nur der Einkauf, also die reine Materialversorgung. Dieses Missverständnis ist erstaunlicherweise weit verbreitet. Nein: Es geht vom Lieferanten bis zum Kunden und ja, die Produktion ist ein Teil der Supply Chain in der Definition. So ist zum Beispiel im Prozessreferenzmodell SCOR (Supply Chain Operations Reference-model) mit den Hauptprozessen Plan, Source, Make und Deliver eine vollständige Abbildung der Produktion als Teil des Supply Chain Management abgedeckt.

Warum ist Supply Chain Management so schwierig?

Wenn ich die letzten Projekte Revue passieren lassen, dann ist immer wieder auffällig, dass viele Unternehmen Ihre Supply Chain nicht als System und Prozesskette managen. In vielen Unternehmen gibt es keine vollständige Verantwortung für Supply Chain Management, da die beteiligten Abteilungen auf zahlreiche Verantwortliche und Verantwortungsbereiche verteilt sind. Häufig ist es der technische Geschäftsführer oder nur die Geschäftsführung, bei der alle Verantwortlichkeiten zusammentreffen.

Die zahlreichen Beteiligten sind stets bemüht, Partikularinteressen zu vertreten mit der Folge, lokale Optimierungen zu erreichen. Ein weiterer großer Problembaustein sind häufig die IT-Systeme. Ob nun SAP oder andere ERP-Systeme – in einigen Unternehmen fehlt das Know how, aus den vielfältigen Möglichkeiten eine Lösung zu entwickeln, die alle Bereiche der Supply Chain unterstützt und so den Gesamtgedanken der Supply Chain unterstützt.

Wege zum Supply Chain Management

Bei meinen Projekten stellt sich immer wieder heraus: Es fehlt die strategische Ausrichtung im Unternehmen auf die Supply Chain und die gemeinsame Orientierung an Zielen. Wenn man in den Unternehmen fragt, mit welcher Supply Chain Leistung welche Wettbewerbsdiffererenzierung unterstützt wird, erntet man häufig ungläubige Blicke. Und wenn Ziele definiert werden sollen, dann sollen häufig in allen Disziplinen sofort Spitzenleistungen erreicht werden.

Meine Empfehlung

  • Detaillierte Positionsbestimmung der Supply Chain Leistung
  • Festlegung und Abstimmung einer Supply Chain Strategie
  • Entwicklung von Supply Chain Prozessen, die die Strategie unterstützen
  • Anpassung des ERP-Systems an die Prozesse und Strategie
  • Erstellung eines auf die Strategie ausgerichteten Kennzahlensystems

Mit diesen Schritten können Unternehmen ihre Leistung schrittweise in Richtung einer Bestleitung bringen – und damit Wettbewerbsvorteile erzielen. Ob in der Krise oder nun bei der Hochkonjunktur – in beiden Fällen machen sich Fehler und Versäumnisse in der Vergangenheit bemerkbar und können keine Ausrede sein, diesen für die Kunden am wichtigsten eingeschätzten Prozess nicht zu optimieren.

Über Torsten Becker
Geschäftsführer der BESTgroup Consulting & Software GmbH http://www.bestgroup.eu, Autor des Buches Prozesse in Produktion und Supply Chain optimieren , Springer-Verlag, Berlin.

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