Industrie 4.0 – Wie kann Prozessoptimierung helfen?

Ziel des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums ist es, Wertschöpfung in Deutschland zu halten. Das Schlagwort Industrie 4.0 steht für diese Vision. Die Frage ist: Wie können optimierte Prozesse dieses Ziel unterstützen?

Deutschland hat den Nachteil der hohen Kosten in den letzten Jahren durch die Senkung der Lohnstückkosten kompensiert. Wenn ich unterschiedliche Unternehmen sehe, dann haben einige Unternehmen erhebliche Anstrengungen unternommen, nicht wertschöpfende Prozesse zu eliminieren und ihre Effizienz und Effektivität zu steigern.

Mit den Ansätzen aus der Materialeffizienz haben die Unternehmen einen effektiven Hebel gefunden, um Materialkosten zu senken. Daher kann nun für Industrie 4.0 die Frage sein: Wie kann die Wertschöpfung optimiert werden?

Für diese Aufgabe ist ein optimiertes System erforderlich: Die richtigen Produkte entwickeln und anbieten, die richtigen Prozesse effizient ausführen und durch geeignete Automatisierung – sowohl im White-Collar- als auch im Blue-Collar-Bereich – unterstützen. Nur Opex (Operational expenditure) durch Capex (capital expenditure) ersetzen, das funktioniert nicht mehr. Leider sind unsere Kostenrechnungssysteme und Entscheidungsregeln sehr stark darauf ausgerichtet, die Lohnkosten in den Vordergrund zu stellen. Wenn in vielen Unternehmen nun nur in Einzelschritten in der Fertigung nach Optimierungen gesucht wird, sind viele Schnittstellen und ein hoher Regieaufwand erforderlich. Die Summe aus vielen suboptimalen Teilelementen ist kein optimales System.

Mit einer Systembetrachtung und der Ableitung von den richtigen, sprich effektiven Prozessen und einer Flussbetrachtung können erhebliche Potenziale gehoben werden. Wenn ein Ford Model-T nach 81 h Durchlaufzeit aus dem Eisenerz entstand, dann sind diese Zeiten von Eisenerz bis zu einem verkaufsfähigen Produkt immens gestiegen. Auch wenn in der Elektronik durch Automatisierung die Produktion teilweise unabhängig vom Produktionsstandort wird, sind in anderen Bereichen ein sehr viel höheres Ablauforganisations- und Prozess-Know how erforderlich.

Die deutsche Industrie kann von dem Wissen der Prozessexperten profitieren: Beste Prozesse benötigen Know how und sind in der Regel ein Einmal-Impuls – am besten durch spezialisierte Berater.

Über Torsten Becker
Geschäftsführer der BESTgroup Consulting & Software GmbH http://www.bestgroup.eu, Autor des Buches Prozesse in Produktion und Supply Chain optimieren , Springer-Verlag, Berlin.

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