Smart Factory – Ein Teil von Industrie 4.0

Was ist eine Smart Factory? Wie kann ich meine Produktion schlau machen? Nach der Diskussion in der Hightech-Strategie des BMBF sollen intelligente Produkte mit den Produktionseinrichtungen laufend kommunizieren und aus der Kommunikation eine bessere Produktion entstehen – also weniger Kosten und bessere Abläufe. Wie kann nun Intelligenz in Produkten, Produktionseinrichtungen, Transporteinrichtungen und Mitarbeiterinformation zu einem Wettbewerbsvorteil werden?

Intelligenz in Produktionseinrichtungen

Bei den vielfach diskutieren Beispielen werden Sensoren zur Zustandsüberwachung für eine vorbeugende Wartung als eine Möglichkeit für eine steigende Intelligenz in der Produktion vorgestellt. Oder es werden Möglichkeiten vorgestellt, aktuelle Daten aus der Maschine auszulesen. Ich habe immer gelernt, das aus Daten Informationen entstehen müssen.Reichen Informationen aus? Nein! Es müssen Handlungen ausgelöst werden. Wie kann aber eine derartige Verarbeitung aussehen?

Bereits heute stehen wir vor vielen Daten aus der Produktion: Maschinendaten, Betriebsdaten, Auftragsdaten. Wie können wir diese Daten zu Informationen umgestalten? Wir benötigen die Möglichkeit, die Daten in Echtzeit auszuwerten und über automatisierte Regeln neue Aktionen auszulösen – wir benötigen ein Produktions-Event-Management. Das Management ist nicht nur eine Maschinenstörung – es kann auch eine Werkzeug- oder Materialstörung sein. Wie bekomme ich die Information über eine Störung so schnell wie möglich an die richtige Stelle für eine Entscheidung und kann dort effizient darauf reagieren. Und die Intelligenz bedeutet, dass die Entscheidungen formalisiert werden, standardisiert und automatisch ausgewertet werden. Dies wäre mein Modell einer intelligenten Produktion, nämlich dass in Echtzeit auf Änderungen reagiert wird.

Szenario für eine intelligente Produktion

Bei einer Qualitätsstörung wird nun in diesem Szenario direkt reagiert: Wenn die Entscheidung ist: Die Produktion soll wegen eines möglichen Materialproblems angehalten werden, dann muss geprüft werden, mit welcher Minimalumrüstung ein ähnliches Produkt gefertigt werden kann, damit nach Lösung des Materialproblems ggfs schnellstmöglich wieder zurückgerüstet werden kann. Für diese Produktionsumstellung sind Materialien bereitzustellen und ggfs. zu transportieren, NC-Programme, Vorrichtungen und Werkzeuge an die Maschine zu bringen und die Mitarbeiter über die Änderungen informieren.

Was sind die Ergebnisse: Schnellere Reaktion auf Störungen führt zu einer Kostensenkung, weil die Anlagen besser ausgelastet werden und die Produkte schneller verfügbar werden. Also die intelligente Produktion kann sich schnell rechnen….

Fazit

Es geht also nicht nur um Real-Time Analytics, sondern um Real Time Event Action. Nicht nur eine Störung schnell identifizieren, sondern schnell auf die Störung reagieren. Nur mit dieser Erweiterung kann wirklich von intelligenter Produktion gesprochen werden, einer Smart Factory. Es geht bei Industrie 4.0 nicht nur um intelligente Produkte („Produkt 4.0“), sondern auch um die Wertschöpfung.

 

 

Über Torsten Becker
Geschäftsführer der BESTgroup Consulting & Software GmbH http://www.bestgroup.eu, Autor des Buches Prozesse in Produktion und Supply Chain optimieren , Springer-Verlag, Berlin.

One Response to Smart Factory – Ein Teil von Industrie 4.0

  1. Wasi sagt:

    Schöner Artikel.
    Dieses Thema ist sehr interessant und wird bei Neueinsteigern immer öfter angewendet. Auch große Firmen fangen an aufzurüsten. Der Branchenverband M2M Alliance schätzt, dass im Jahr 2020 rund 50 Milliarden Maschinen und Geräte vernetzt sein werden. (Quelle: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/produktion-technologie/zukunftsmarkt-digitale-fabrik/ )
    Ich vermute, dass es schneller gehen wird. Wenn erstmal einige Firmen die Industrie 4.0 leben, müssen die anderen mitziehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

    Gruß,
    W.

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