Mobile Apps für die Industrie – ein Teil von „Cyber-Physical Systems“?

Aus dem Projekt Industrie 4.0 ist die Abkürzung CPS für Cyber-Physical System bei vielen in den Sprachgebrauch übergegangen. Was ist ein CPS? Heute bin ich von der Frage überrascht worden, ob Industrie 4.0 auch das Thema Mobilanwendungen enthält. Dazu kurz ein paar Anmerkungen zu Industrie 4.0 und CPS, bevor ich auf das Thema mobile Apps eingehe.

Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 entwickelt die deutsche Industrie die nächste Generation vernetzter Systeme für die Produktion. Als Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung werden verschiedene Aktivitäten gestartet, unter anderem die gemeinschaftliche Plattform der großen Industrieverbände BITKOM, VDMA und ZVEI. Neben dem Internet der Dinge und Services taucht häufig der Begriff Cyber-Physical System (CPS) auf. Dieses Begriff führt zu vielen Verwirrungen.

Nach Wikipedia: Ein cyber-physisches System bezeichnet den Verbund informatischer, softwaretechnischer Komponenten mit mechanischen und elektronischen Teilen, die über eine Dateninfrastruktur, wie z. B. das Internet, kommunizieren. Beispiele für derartige Systeme werden gerne als „Smart“ bezeichnet und mechatronische Sensoren mit Internet-Schnittstelle werden als Beispiele genannt.

Nach dem englischen Wikipedia ist die Betonung auf der Vernetzung von SystemenCyber Physical System und Auswirkungen auf die physischen Systeme. Dennoch wird dort der Begriffe der mobilen CPS eingeführt. Ein Mobiltelefon hat heute Rechenpower, eine Vielzahl von Sensoren (Magnetsensor für den Kompass, Beschleunigungssensoren) und ist mit dem Internet verbunden. Aber für den Einsatz im Bereich Industrie 4.0 fehlen noch mobile Anwendungen („Apps“), die in den Unternehmen einsetzbar sind und die tatsächlich Einfluss auf die vernetzte Welt der Supply Chain, Produktion oder Logistik haben.

Wer im Apple Store nach Apps zur Industrie sucht, wird erstaunt sein: Es gibt nur wenige Anwendungen dort. Auch bei Android sieht es nicht viel besser aus. Hier ist im Rahmen von Industrie 4.0 noch ein großer Handlungsbedarf. Leider ist die Entwicklung von Apps für die Produktion komplizierter als in anderen Bereichen. Komplexere Funktionen, Schnittstellen zu bestehenden Altsystemen, Echtzeitanforderungen bei der Vernetzung mit Produktionseinrichtungen und Integration mit z.T. auf alten Technologien basierenden ERP-Systemen erfordern das Zusammenarbeiten von gut ausgebildeten, weltoffenen Spezialisten aus dem Bereich IT, Produktion und Supply Chain.

Die heutigen Mobiltelefone und Tablets bieten zahlreiche Funktionen, die einen Einsatz in der Industrie unterstützen. Hier sind neuartige Anwendungen möglich, die diese Funktionen nutzen. Die Technologie ist vorhanden, die konservativen Produktionsleute müssen vom Nutzen überzeugt werden. Dazu fehlen heute Apps, die aus den Funktionen der Mobiltelefone zusammen mit der Vernetzung einen Mehrwert schaffen – wer findet die „Mobile Killer Application“?

 

 

Über Torsten Becker
Geschäftsführer der BESTgroup Consulting & Software GmbH http://www.bestgroup.eu, Autor des Buches Prozesse in Produktion und Supply Chain optimieren , Springer-Verlag, Berlin.

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