Supply Chain Risiken managen

Verschwendung

Ein gutes Prozess ist robust. Das heißt, er funktioniert, wenn auch Störungen auftreten. Statt „Sunshine-Engineering“ auch Vorsorge für Probleme!

Bestand als Risikomanagement

In der Supply Chain gibt es typischerweise den Lagerbestand als Risikomanagement-Tool. Der Bestand puffert Versorgungsrisiken ab und stellt eine Verfügbarkeit sicher. Leider ist in vielen Unternehmen das nicht eine geplante Risikovorsorge, sondern das Puffern von Fehlern.

Damit das Lager wirklich zum Risikomanagement-Tool wird, sind robuste Prozesse erforderlich. Gerade die derzeitige Versorgungslage zeigt, dass in der Vergangenheit wenig Risikomanagement in der Supply Chain aufgenommen wurde.

Methoden zum Risikomanagement

Ob Kraljic-Matrix oder Prozess-FMEA, es gibt viele Möglichkeiten, Risiken in der Supply Chain zu betrachten. Leider wird die Prozess-FMEA häufig nur auf die Produktionsprozesse angewandt, eine Supply Chain FMEA ist für viele Unternehmen eine Überraschung.

Die Anzahl der möglichen Risiken in der Supply Chain ist sehr hoch. In den letzten drei Jahren sind Pandemien, Unternehmensschließungen, Hafenschließung, Lock-Downs, Krieg, fehlende LKW-Fahrer, Transportprobleme und Sanktionen für viele Unternehmen neu auf die Liste gekommen.

Risikoaudit als Hilfsmittel

Die wenigsten Unternehmen führen regelmäßig ein Risikoaudit in der Supply Chain durch. Mit einem vierteljährlichen Risikoaudit kann die Supply Chain regelmäßig überprüft werden. So können Probleme häufig vorab identifiziert werden und Maßnahmen zur Risikoreduzierung frühzeitig eingeleitet werden.

Wenn auch Ihr Unternehmen ein regelmäßiges Risiko-Audit in der Supply Chain einführen möchte, sprechen Sie mit BESTgroup.

Supply Chain digitalisieren

Prozess optimieren ist eine Königsdisziplin in der Supply Chain. Wenn die Prozesse optimal laufen, dann können die richtigen Prozesse richtig automatisiert werden.

Anläßlich des BITKOM Digitaltags veranstaltet BESTgroup eine virtuelle Podiumsdiskussion zum Thema „Wie kann ein Unternehmen die Supply Chain digitalisieren? “ am 24.6.2022 um 11:30 Uhr.

Teilnehmer an der Diskussion sind:

Lars Brammer, Head of Supply Chain Innovation & Digital Transformation, Bayer AG Pharmaceuticals
Jan-Philipp Mohr, Founder CEO, Darvis Inc
Mico Pütz, Geschäftsführer, Young Digitals Consulting GmbH
Torsten Becker, Geschäftsführer, BESTgroup Consulting GmbH

Unter diesem Link ist eine kostenlose Anmeldung möglich.

Prozesse in der Supply Chain auditieren – wie Prozessqualität in der Supply Chain sicherstellen?

ISO 9000 schreibt Prozessaudits vor. Ziel dieser Prozessaudits ist die Überprüfung, dass die dokumentierten Prozesse gelebt werden. Die Standardvorgehensweise ist ein Termin mit der verantwortlichen Person für den Prozess, um die Prozesse in einem Interview zu besprechen und anhand von wenigen Beispielen die Prozessausführung zu bewerten.

Problem bei diesem Prozessaudit ist, dass viele Fehler nicht gefunden werden. Typischerweise ist die Verantwortung von dem Prozess losgelöst von der Ausführung. Probleme sind nur vom Hörensagen bekannt oder wenn die Probleme so groß sind, dass diese in der Hierarchie nach oben schwappen.

Wie kann in der Supply Chain Prozessqualität sichergestellt werden?

In der Supply Chain sind die Prozesse für viele Kunden sehr relevant. Daher ist es wichtig, die Prozesse nicht nur nach Problemen zu prüfen, sondern auch nach Verbesserungspotenzialen prüfen. Dazu gehören zwei Aspekte:

  • Sind die Prozesse richtig?
  • Werden die Prozesse richtig ausgeführt?

Sind die Supply Chain Prozesse richtig?

Eine wichtige Aufgabe des Audits ist es, sicherzustellen, dass die Prozesse richtig sind. Nutzt das Unternehmen die bestmöglichen Prozesse? Aufgabe für das Audit ist es, über die Prozessdokumentation hinweg zu prüfen, ob die Prozesse prinzipiell verbessert werden können.

Dazu gibt es im Bereich der Supply Chain verschiedene Modelle. Neben einigen Standardprozessmodellen (wie z.B. SCOR) gibt es in verschiedenen Branchen spezifische Standards. So ist im Bereich der Automobilindustrie der Standard MMOG/LE hilfreich, um zu prüfen, ob die Supply Chain Prozesse grundsätzlich richtig aufgestellt sind.

Werden die Supply Chain Prozesse richtig ausgeführt?

Bei der Betrachtung von einer Prozessausführung können einzelne Probleme identifiziert werden. Es kann prinzipiell überprüft werden, dass die richtigen Prozesse eingehalten werden.

Kann ich aber von einer Prozessausführung auf die Gesamtausführung schließen? In den meisten Unternehmen nicht, da sich häufig verschiedene Fälle ergeben. Daher ist eine Auswertung über viele Prozessauführungen hilfreich.

Process Mining ist eine wichtige Unterstützung für diese Aufgabe. Mit Process Mining Tools können die Daten aus dem ERP- und anderen IT-Systemen in vielen Prozessausführungen geprüft werden. Das Process Mining stellt dar, wie die Prozesse tatsächlich im Betrachtungszeit ausgeführt wurden. Damit werden zahlreiche unterschiedliche Prozessausführungen und -leistungen dokumentiert. Unternehmen können so lernen, wo es Handlungsbedarf zur Verbesserung, Schulung oder Kontrolle gibt.

Kurzaudit der Supply Chain

BESTgroup bietet ein externes Kurzaudit der Supply Chain an. Mit dem Blick des Externen können in zwei Tagen wesentliche Schwachpunkte in der Supply Chain identifiziert werden. Bei Interesse an einem Kurzaudit melden Sie sich gerne bei BESTgroup.

Supply Chain – Was tun in schwierigen Zeiten?

Fehlteile, fehlende Versogung aus der Ukraine oder Russland, Corona-Shutdown in Shanghai – die Probleme in der Supply Chain werden immer größer. Fehlteile jagen, Sondertransporte organisieren, Lieferantenmeetings sind tägliches Brot für die Mitarbeiter in allen Supply Chain Bereichen.

Was tun: Operative oder strategische Arbeit?

Für viele stellt sich die Frage: Wie kann ich derzeit handeln? Und der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Versorgung der Produktion. Also Tagesgeschäft und Fehlteile jagen!

Damit bleibt keine Zeit für strategische Weichenstellungen. Deshalb wird das strategische derzeit nicht bearbeitet. Und bleibt liegen.

Die Frage kann nich lauten, operative oder strategische Arbeit. Die Aufgabe ist es, die Produktversorgung zum Kunden und die Materialversorgung sicherzustellen, heute, in den nächsten Tagen und auf lange Sicht. Wenn nur das Tagesgeschäft im Vordergrund steht, dann ist die langfristige Versorgung nicht gesichert und in Zukunft wird es weiter heißen: Brände löschen, Tagesgeschäft.

Die Frage muss lauten: Wie kann ich beides tun – strategische und operative Arbeit!

Wenn die strategische Arbeit liegen bleibt, dann ist die Versorgung dauerhaft nicht gesichert. Die aktuelle Situation zeigt, dass viele Supply Chain Regeln neu gelernt werden müssen. Statt Geld zu sparen, um Waren aus China zu bekommen, kann es sinnvoller sein, die Waren mit kürzeren Wiederbeschaffungszeiten und weniger Lagerbestand aus Europa zu beziehen. Risiken müssen neu bewertet werden, wie z.B., welche Länder stellen ein Versorgungsrisiko dar.

Und wenn die interne Kapazität nicht reicht, um die Mangelsituation zu beherrschen: Dann ist es jetzt Zeit, temporäre Hilfe einzubinden. Entweder für die operative Arbeit oder für die strategische Arbeit oder für beides. Nur so kann die Versorgung nicht nur im Nahbereich sichergestellt werden.

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Unterstützung brauchen!

Mit der Supply Chain Wettbewerbsvorteile erzielen

Die Supply Chain definiert das Kundenerlebnis und beeinflusst die Kosten Ihres Unternehmens. Wie kann ein Unternehmen von der Supply Chain profitieren? Wie können Unternehmen Ihre Supply Chain so aufbauen, dass das Unternehmen damit Wettbewerbsvorteile erzielt? Wie können Unternehmen Veränderungen anstoßen, um mit der Supply Chain strategische Wettbewerbsvorteile zu erzielen?

In einem virtuellen Roundtable am 24.3.2022 um 16:00 Uhr mit Supply Chain Professor Axel Werner, Supply Chain Manager Markus Erb und BESTgroup Geschäftsführer Torsten Becker werden Antworten zu diesen strategischen Supply Chain Themen diskutiert.

Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte registrieren Sie sich für ein kostenloses Ticket.

Sales & Operations Planning (S&OP) oder Integrated Business Planning (IBP)?

In meinem letzten Beitrag habe ich über Supply Chain Planning geschrieben. Nun bekam ich die Frage, was versteht man unter Sales & Operations Planning (S&OP) und Integrated Business Planning (IBP)? Was ist der Unterschied, was sind Gemeinsamkeiten? Zunächst sind beides mögliche Lösungsansätze, hinter denen unterschiedliche IT-Werkzeuge stehen.

Sales & Operations Planning

Dieser Prozess ist in vielen Unternehmen etabliert. Es gibt eine Abstimmung zwischen Vertrieb und Produktion, bei dem festgelegt wird, was in das typischerweise monatliche Produktionsprogramm aufgenommen wird. Dieses Produktionsprogramm wird verabschiedet und wird als Produktionsplan in das ERP-System übertragen. Dazu werden – unter Berücksichtigung der bestehenden Aufträge – Vorplanbedarfe eingestellt. Mit den Bedarfen kann dann die Materialversorgung sichergestellt werden. 

Wichtiges Kennzeichen ist die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit, große Schwachstellen sind der fehlende Umfang – es findet keine Lagerbestands-, sondern nur eine Versorgungsplanung – und die fehlende Berücksichtigung von Lieferantenkapazitäten. Auch Produktionskapazitäten werden

Die bestehenden IT-Tools zum S&OP unterstützen diese Planung sehr gut. Gerade das Thema Vertriebsprognose lässt sich mit den Werkzeugen sehr gut unterstützen. Die Entwicklung eines Vertriebsplans über mehrere Vertriebsorganisationen ist leicht möglich, das System kann mit Datenaufbereitung und Trendberechnungen unterstützen. 

Integrated Business Planning

Mit der integrierte Unternehmensplanung, wenn man IBP übersetzt, wird ein unternehmensweiter Plan abgestimmt, der Kundennachfrage, Angebot und Unternehmens- und Zulieferressourcen abgleicht. Ziel ist es, für alle Beteiligten den gleichen Plan als Basis für die Handlungen zur Verfügung zu stellen und durch die Synchronisierung eine bessere Kundenbelieferung zu erreichen. Insbesondere die Berücksichtigung von Kapazitäten in Produktion und bei den Lieferanten ist wichtig. 

Die bestehenden IT-Tools für IBP unterstützen diese Aufgaben. Analog zu S&OP wird die Nachfrage bestimmt. Abhängig von den Tools werden unterschiedliche Constraints berücksichtigt, z.B. Lieferanten- und/oder Produktionskapazitäten. Einige Tools unterstützen auch die Planung von Beständen, auch auf unterschiedlichen Distributionsstufen. 

Gemeinsamkeiten

Beiden Ansätzen sind zwei Dinge gemeinsam:

  • Entscheidungsunterstützung
  • Produktionsprogramm

Diese Prozesse sind Entscheidungsunterstützungsprozesse. D.h., mit einem koordinierten Ablauf können die Daten schnell erfasst und aufbereitet werden, um dann auf einer Managementebene Entscheidungen zu treffen. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist ein abgestimmter Ablauf über mehrere Abteilungen einzuhalten, der an einem gemeinsamen Terminplan ausgerichtet ist. 

Gleichzeitig ist das Ergebnis von beiden Prozessen ein Produktionsprogramm, das in die Ausführungssysteme zu übertragen sind, typischerweise die ERP-Systeme.

Unterschiede

Beim S&OP werden Zulierferrestriktionen und z.T. die Produktionskapazitäten nicht betrachtet. Gerade in der aktuellen Fehlteilsituation ist das sicherlich schwierig. Diese infinite Betrachtung ist für einen Grobplan manchmal ausreichend, langfristig jedoch nicht zielführend.

Beim IBP wird ein Gesamtplan erstellt, der typischerweise auch Marketingaktionen zur Erhöhung des Bedarfs und andere umsatzsteigernde Maßnahmen anstoßen kann und gleichzeitig aber deutlich verlässlicher ist, weil er auf einem besseren Informationsstand aufgebaut ist. Das Produktionsprogamm ist verlässlicher. Dafür ist der Aufwand der Erstellung deutlich höher und erfordert eine größere Koordinierung von Aktivitäten.

Der IBP Prozess ist in vielen Unternehmen die Folge von unzureichenden S&OP Prozessen. 

Aggregation als Unterstützung

Der gemeinsame Plane wird auf der Verdichtungsebene erstellt, die für alle beteiligten Geschäftsfunktionen erforderlich ist. Dazu wird häufig eine aggregierte Planungsebene geschaffen, auf deren Basis die unterschiedlichen Informationen zusammengefasst werden können. Mit den IT-Systeme lassen sich eine aggregierte Planungsebene auf eine detailliertere Ebene aufsplitten und umgekehrt.

Die Schwierigkeit besteht darin, die richtige Verdichtungsebene zu finden und diese Ebene über alle Abteilungen zu etablieren. Die unterste Detailebene ist die Produktnummer, darüber können Informationen auf Produktgruppen oder Produktfamilien in einer oder mehrerer Stufen verdichtet werden. Wenn die Vorhersagen vom Vertrieb erstellt werden, ist es einfacher für fünf Produktgruppen die Zahlen zu erstellen, als für 200 Produktnummern, die dahinterstehen. Das zu entwickelnde Planungsmodell ist wichtig und hilft erheblich.

Vorteil der IT als Unterstützung

Die IT-Lösungen bieten umfangreiche Hilfeleistungen an, die Planungen deutlich vereinfachen. Das Berechnen von Forecasts basierend auf verschiedenen Prognoseverfahren, die Berücksichtigung von Kapazitätsgrenzen, die zeitliche Ablaufberechnung sind alles Hilfsmittel, die mit EDV-Unterstützung einfacher zu erreichen sind als mit manuellen Hilfsmitteln. Die Berechnung komplexer Zusammenhänge ist die Stärke der Rechner und dies hilft auch bei der Planung. Mit den richtigen Algorithmen kann über die Zeit die Vorhersagegenauigkeit massiv gesteigert werden. Nutzen Sie also für die Supply Chain Planung alle Unterstützung der IT, die möglich sind.

Umsetzungsempfehlung

Ein bekanntes Sprichwort sagt: Planung heißt den Zufall durch Irrtum ersetzen. Da aber ein Plan besser ist als mehrere Pläne oder gar kein Plan, ist es wichtig, diese Pläne aufzubauen. 

Wichtig für die Planung ist ein gutes Planungsmodell mit relevanten Verdichtungsstufen, mit dem relevante Ergebnisse erzielt werden. Daneben ist es wichtig, die Planungsqualität zu verfolgen, auf der geplanten Verdichtungsebene, um für die Planer ein Feedback zur Planungsgenauigkeit zu geben.

Wenn noch keine Planung besteht, ist es gut, zunächst einen ersten Prozess, eventuell auch nur mit einer Excel-Unterstützung, einzuführen und erste Erfahrungen zu sammeln. So kann das Planungsmodell einfach optimiert werden. Wenn das Modell prinzipiell funktioniert, dann kann eine erste IT-Lösung für den S&OP-Prozess eingeführt werden, die möglichst einfach zum IBP im nächsten Schritt ausgebaut werden kann. S&OP ist meiner Meinung nach nur eine Übergangslösung.Wichtig für die Umsetzung ist meiner Meinung nach eine IT-System-unabhängige Beratung mit Erfahrung in der Supply Chain Planung, wie z.B. die BESTgroup.

Supply Chain Planung – ein Ausweg der aktuellen Fehlteilsituation?

Dort oder Hier(Durchgestrichen)

Ein Kernprozess in der Supply Chain ist das Planen. Weil die Beschaffungs- und Produktionsprozesse nicht schnell genug im Unternehmen ablaufen, um bei einem Kundenauftrag in der gewünschten Lieferzeit das geforderte Produkt herzustellen und das gesamte Material zu bestellen, muss geplant werden: Material muss in der Regel verfügbar sein, Produktionskapazitäten und Personal dimensioniert werden. Früher war die Planaufgabe ein Produktionsprogramm für ein Jahr auf Basis einer Budgetplanung. Wegen der Volatilität der Nachfrage und wegen höherer Variantenvielfalt war ein Jahresplanung sehr schnell falsch. Als Lösung wurde eine rollierende monatliche Planaktualisierung eingeführt, später wurde eine auftragsgedeckte Produktion, typischerweise in der Montage, eingeführt. Diese rollierende Planung und die Kundenaufträge sind die Basis für Materialbestellungen. In vielen Unternehmen wird dann Produktionsplan als ein Wochen- oder Zweiwochenprogramm abgeleitet. 

Mit Lean Production wurde verstärkt eine auftragsbezogene Endmontage eingeführt, ebenso wurde dieses Konzept mit dem Schlagwort Build-to-order populär, insbesondere bei einen hohen Variantenvielfalt. Statt eine oder zwei Wochen vorher zu planen, welches Produkt hergestellt wird, werden die Kundenaufträge sortiert nach Lieferpriorität, in Produktionsaufträge umgewandelt und dann in der Produktion nach Nachfrage abgearbeitet. Große Aufträge werden geglättet oder es werden Ansätze wie Heijunka genutzt. Dies führt zu anderen Planungsanforderungen, da nun nicht Endproduktvarianten geplant werden, sondern die Materialversorgung für die Endmontage, z.B. in einer materialreichweitengesteuerten Bestandsplanung.

Die bestehenden ERP-Systeme sind lange Jahre aber in den Planungsansätzen vor Lean Production und auftragsbezogener Produktion verhaftet geblieben. Eine Plandisposition in SAP ist nur mit der Bedarfsvorlaufzeit auf eine Zielreichweite sinnvoll einzustellen, was aber einen Bedarf für die Variante voraussetzt. Dieser ist bei einer auftragsbezogenen Produktion aber gerade nicht vorhanden. Ebenso ist eine Zielreichweite für Lagerprodukte schwierig einzustellen.

Wegen der ursprünglich langen Rechenzeiten in der Material- und Produktionsdisposition und dieser Schwierigkeiten bei der Planung haben sich Supply Chain Planungssysteme etabliert, die analog wie Excel zu Access alle Daten im Hauptspeicher hielten und damit eine schnellere Planung ermöglichten. Damit konnten zusätzliche Algorithmen und zusätzliche Randbedingungen berücksichtigt werden. Daraus sind die Supply Chain Planung-Systeme entstanden.

In der Zeit großer Fehlteile und hoher Rückstände ist eine gute Planung extrem wichtig, um die vorhandenen Teile optimal zur Umsatzerzielung zu kombinieren. Da die Materialversorgung in der Vergangenheit eher stabil war, sind die ERP- und Planungssysteme diesen Aufgaben nicht richtig gewachsen.

Wenn auch Ihr Unternehmen mit Planungsproblemen kämpft, dann kontaktieren Sie BESTgroup, um Hilfe zu erhalten.

Ist die SAP MD04 Bedarfs-/Bestandsliste das richtige Tool?

Immer wenn ich in ein Unternehmen komme, dann ist in der Supply Chain auf vielen Bildschirmen die SAP Transaktion MD04 zu sehen. Häufig ist es der Einzeleinstieg. Es wird schnell geprüft, wie die Versorgungssituation eines Materials ist.

Aktueller Bestand, Lieferrückstand von den Lieferanten, Rückstand aus der Fertigung, aktuelle Bedarfe und Zugänge werden übersichtlich dargestellt. Aus dieser Ansicht wird gerne dann disponiert.

Aber ist die Einzelansicht der Transaktion MD04 wirklich das richtige Tool für einen Disponenten? Ich vertrete hier die unpopuläre Meinung, dass diese Transaktion nicht optimal ist. Ja, die Transaktion ist hilfreich, aber sie verbirgt mehr Probleme, als dass sie eine sinnvolle Übersicht gibt.

SAP MD04 Probleme

Die Transaktion MD04 Bedarfs-/Bestandsliste verdichtet viele Informationen und gibt sowohl eine Detail- als auch verschiedene Verdichtungen. Mit dem Klick auf dem Summenzeichen kann ich Wochen- oder Monatszusammenfassungen sehen.

Leider bekommt der Disponent keine sinnvollen Informationen angezeigt. Bestellungen werden üblicherweise zum bestellten Termin angezeigt. Wenn der Lieferant einen anderen Termin bestätigt, dann ist diese Information nicht erkenntlich. Wenn ein Fertigungsauftrag nicht begonnen werden kann, weil ein anderes Teil fehlt (was für längere Zeit verzögert ist), dann wird der Bedarf trotzdem angezeigt.

Immer wenn ich vor der MD04 sitze, sehe ich einen großen Zahlenfriedhof. Ich bin ein Mensch, der gut Zahlen versteht, aber die Rechnungen der MD04 kann ich nur schwer nachvollziehen. Und wenn ich in eine Fehlteilsituation komme und der Bestand Null beträgt und ich trotzdem Bedarf habe, dann wird es kritisch. Ich kann kaum noch sehen, was passiert, da Verzögerungen aus der Vergangenheit nicht richtig betrachtet werden und ich nun erst mal abschätzen muss, was passiert ist. Dann sind noch Planaufträge und Vorplanungsbedarfe enthalten, die das Bild verschlimmern.

Wie soll da richtig disponiert werden?

Wünsche an SAP zur Disposition

Für die Textansicht wäre es hilfreich, dauerhaft die Wiederbeschaffungszeit dargestellt zu bekommen, entweder als Text oder als Zeiteintrag in der Liste, so dass ich sehen kann, was vor dem Bestellen von Teilen passiert.

Als Disponent wäre eine grafische Sicht hier hilfreich: Über der horizontalen Zeitachse sehe ich alle Daten: aktueller Bestand, Bedarfe, Rückstände. Ich möchte sehen, was passiert. Wenn ich dann noch die Wiederbeschaffungszeit und den Planungshorizont sehen kann, dann kann ich doch sehr viel mehr sehen. Ebenso Bedarfsvorlaufzeit und Sicherheitsbestand plus einige Simulationen für unterschiedliche Bestellungen: Ich könnte tatsächlich disponieren…

Weitergehende Funktionen

Natürlich wäre eine bessere Einsicht in die Daten gut, aber besser ist die Einsicht, dass die MD04 ein Problem verdeckt. Für die Disposition gibt es zahlreiche Parameter, die manuell gepflegt werden müssen, angefangen beim Disposiotionsmerkmal (PD im Bild oben) und weil in vielen Unternehmen diese Parameter nicht vollständig oder richtig gepflegt sind, kann ich nicht automatisch disponieren.

Wie schön wäre es, wenn das System die Daten, die es bereits hat, für eine bessere Entscheidungsfindung aufbereiten würde? Stimmen die Lieferzeiten – hier könnte eine Auswertung der Vergangenheitsdaten helfen? Mit einem Servicegrad könnten die besten Parameter bestimmt werden. Dabei könnten Lieferzeitschwankungen und Liefertreue des Lieferanten berücksichtigt werden. Und das ganze dynamisch: Wenn sich die Daten ändern, dann bitte auch nachziehen, damit auf Änderungen schnell reagiert werden kann.

Wenn die automatische Disposition funktioniert, wird die MD04 unbedeutend

Es ist unumgänglich: Die Disposition in SAP ist sehr schwierig und die Funktionen sind nicht immer hilfreich. Aber die Disposition funktioniert nicht gut, wenn Stamm- und Bewegungsdaten nicht ausreichend gepflegt sind. Hier können viele Maßnahmen greifen.

Wenn auch Sie Ihre Disposition verbessern wollen, dann fragen Sie doch bei BESTgroup ein Dispositionsaudit an.

Liefertreue verbessern

Nicht wertschöpfende Tätigkeiten

Liefertreue ist derzeit ein Thema, das viele Unternehmen nur ungern diskutieren. Durch die schlechte Materialversorgung kommt es immer wieder zu Verzögerungen bei den Lieferungen. Kunden sind über die schlechte Leistung nicht sehr erbaut, in den nächsten Wochen werden Unternehmen sich erheblich um eine bessere Liefertreue kümmern.

Liefertreue zum Kundenwunschtermin

Der Kunde wünscht die Belieferung zu einem bestimmten Termin, meistens, weil in seinem ERP-System eine Lieferzeit hinterlegt ist und das ERP-System die Bedarfe auf Basis dieser Daten disponiert. Leider sind diese Daten in den meisten ERP-Systemen entweder nicht systematisch gepflegt oder sie stammen noch aus Zeiten vor der Versorgungskrise.

Um die Liefertreue zu verbessern, ist es hilfreich, mit den größten Unternehmenskunden regelmäßig die Wiederbeschaffungszeiten abzustimmen. Wenn durch Material- und Kapazitätsengpässe die Lieferzeiten steigen, hilft es sehr, alle anderen Kunden zu informieren. Bei regelmäßigen Materialengpässen ist die Abstimmung von Vorhersagen und eine Abstimmung zur Materialfreigabe für Engpassteile ein erster Weg, um Lieferzeiten der eigenen Lieferanten zu verkürzen.

Bei Kapazitäten bei Maschinen und Personal wird es schwieriger. Überstunden oder Zusatzschichten sind meist schnell ausgereizt. Die Frage nach zusätzlichen Maschinen lässt sich nicht kurzfristig lösen, daher kann nur über die Verlagerung von Produktionsumfängen an bestehende oder neue Lieferanten nachgedacht werden. Wenn Engpassmaschinen entlastet werden, kann dadurch die Produktion vereinfacht und beschleunigt werden.

Wenn systematisch die vom Kunden gewünschten Termine nicht eingehalten werden können, dann ist zu prüfen, ob eine Supply Chain Neuaufstellung erforderlich ist. Hier kann die Beratung BESTgroup gerne unterstützen.

Liefertreue zum bestätigten Termin

Wenn der vom Kunden gewünschte Termin nicht eingehalten werden kann, dann wird ein anderer Termin bestätigt, in der Hoffnung, dass der Kunde diesen geänderten Termin akzeptiert. Hier wird es aber auch wichtig, zunächst einen realistischen Termin zu bestätigen und dann diesen auch einzuhalten.

Viele Unternehmen haben aber auch dabei Schwierigkeiten. Liefertermine von den Lieferanten werden nicht eingehalten, Material kommt nicht in der richtigen Qualität, sind nur einige der möglichen Abweichungen. Damit verspielt ein Unternehmen bei einer Verzögerung der Aufträge erheblich Vertrauen bei den Kunden.

Fazit

Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, einen Liefertermin zu bestimmen, wenn die Ware nicht auf Lager liegt. Es ist erstaunlich, in wie vielen Fällen die Bestimmung der Liefertermine aus der ERP-System ausgelagert ist, z.B. in ein Excel-System. Die Situation belegt, dass die klassischen Ansätzen – Durchlaufterminierung und Eckterminierung – unter der Annahme einer infiniten Lieferantenkapazität heute nicht mehr ausreichen. Deshalb müssen Unternehmen neue Lösungen aufbauen, um realistische Liefertermine zu bestimmen. Auch hier kann die BESTgroup helfen.

Dokumentierter und tatsächlicher Prozess unterscheiden sich, warum?

In vielen Unternehmen ergeben sich in der Vorbereitung eines Audits immer die Frage: Sollen wir dann so arbeiten, wie es dokumentiert ist?

Häufig mit dem Unterton, so wie es nicht funktioniert.

Das Hauptproblem ist hier besonders, dass die Prozesse sich ändern, weil sie sich natürlich weiterentwickeln. Und die weiterentwickelten Prozesse sind natürlich häufig besser, da Fehler eliminiert wurden oder bessere Wege gefunden wurden.

Warum tun sich Unternehmen so schwer, die Prozessdokumentation zu aktualisieren.

Leider ist das Problem aber eigentlich: Die Prozessdokumentation wird nicht aktualisiert. Warum wird die Doku nicht aktualisiert?

  • Keine Erfahrung mit der Prozessdokumentation
  • Keine Kapazität, um das Tool zu bedienen
  • Keiner ist für die Änderung verantwortlich
  • Wir sind uns noch nicht sicher, ob der neue Prozess tatsächlich besser ist.

Das Hauptproblem, das nicht prozessorientiert gedacht wird. Es wird sicherlich verbessert, aber es gibt keinen Meta-Prozess zur Prozessoptimierung, von der Idee bis zur Aktualisierung der Prozessdokumentation.

Wenn Sie sich darüber aufregen, dass die Prozesse anders gelebt werden, als sie dokumentiert sind, dann fragen Sie sich:

  • Ist der neue Prozess besser?
  • Wenn ja, warum ist der neue Prozess nicht dokumentiert?
  • Und was muss ich tun, um den neuen Prozess zu dokumentieren?

Mit diesen drei einfachen Fragen komme ich zu einer Prozessverbesserung, die auch allen zeigt, dass Prozessorientierung gelebt wird.

Was hält Sie davon ob, so vorzugehen?

Wenn Sie Hilfe bei der Prozessverbesserung benötigen, dann kontaktieren Sie die BESTgroup.

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